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Schweizer Energiegemeinschaften

ZEV, vZEV oder LEG: Schweizer Modelle einfach erklärt | JetztSolar

ZEV, vZEV und LEG verfolgen ähnliche Ziele, sind aber nicht dasselbe. Dieser Vergleich ordnet die drei aktuellen Modelle und zeigt, welche Fragen vor dem Entscheid geklärt werden müssen.

Schweizer Wohnquartier mit Solardächern und mehreren miteinander verbundenen Gebäuden
Symbolbild: Gemeinschaftsmodelle verbinden Gebäude, Verbrauch und lokale Solarproduktion.
Entscheidungsguide · 14. August 2026Förderprogramme, Tarife, Bewilligungen und Anbieterleistungen können sich ändern. Verbindlich sind die aktuelle Verfügung, der Netzbetreiber und die individuelle Offerte.
Kurzantwort

ZEV, vZEV und LEG verfolgen ähnliche Ziele, sind aber nicht dasselbe. Dieser Vergleich ordnet die drei aktuellen Modelle und zeigt, welche Fragen vor dem Entscheid geklärt werden müssen.

Das Wichtigste vorab

ZEV

Der klassische Zusammenschluss zum Eigenverbrauch bündelt lokale Produktion und Verbrauch in einem zulässigen Gebäudekontext.

vZEV

Der virtuelle Zusammenschluss bildet eine eigene aktuelle Modellvariante mit besonderen Mess- und Netzbezügen.

LEG

Die lokale Elektrizitätsgemeinschaft erweitert den Blick auf lokale Netze und mehrere mögliche Teilnehmende.

Nicht nur den Namen vergleichen

Netzanschlusspunkte, räumliche Struktur, Messung, Abrechnung und Rollen entscheiden über die Eignung.

BFE als Ausgangspunkt

Die offiziellen Unterlagen erklären die Modelle; Netzbetreiber und Fachberatung bestätigen die konkrete Umsetzung.

1. Warum es drei Modelle gibt

Solarstrom kann im eigenen Gebäude, zwischen mehreren Nutzungseinheiten oder in einer lokalen Gemeinschaft genutzt werden. Dafür reicht eine PV-Anlage allein nicht aus: Messung, Netzbezug, Abrechnung und Zuständigkeit müssen rechtlich und technisch zusammenpassen. Die Schweizer Einordnung kennt seit 2026 drei aktuelle Gemeinschaftsmodelle: ZEV, vZEV und LEG. Sie sind keine drei Produktpakete mit einem pauschalen Vorteil, sondern unterschiedliche Organisations- und Netzmodelle.

Die richtige Frage lautet deshalb nicht: Welches Modell ist am besten? Besser ist: Welche Gebäude, Netzanschlusspunkte, Verbrauchsprofile und Verantwortlichkeiten liegen vor? Ein einzelnes Mehrfamilienhaus kann anders organisiert werden als mehrere Liegenschaften auf benachbarten Parzellen. Beginnen Sie mit einem Lageplan, den Anschlussdaten, dem Stromverbrauch und den Personen, die Investition, Betrieb und Abrechnung übernehmen sollen.

Mehrere benachbarte Schweizer Wohnhäuser mit Solaranlagen und gemeinsamer Strasseninfrastruktur
Symbolbild: Räumliche Nähe allein entscheidet noch nicht, welches Gemeinschaftsmodell zulässig und sinnvoll ist.

2. ZEV: der klassische Zusammenschluss

Ein ZEV, also ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, ist auf die gemeinsame Nutzung lokal produzierter Energie ausgerichtet. In einem typischen Mehrfamilienhaus wird Solarstrom zunächst von Wohnungen und Allgemeinstrom genutzt; Überschüsse gehen ins öffentliche Netz, während Fehlmengen bezogen werden. Damit die Rechnung funktioniert, braucht es klare Messstellen, eine interne Preis- und Kostenlogik sowie einen Ansprechpartner für Bewohner, Eigentümer und Netzbetreiber.

Beim ZEV sollten Sie technische und organisatorische Fragen gleichwertig behandeln. Wer besitzt Module und Speicher? Wer kauft Reststrom ein? Wie werden Zählerstände und Wechsel von Bewohnern verarbeitet? Welche Kosten werden intern verrechnet? Die Antwort kann je nach Eigentumsform und Vertrag unterschiedlich ausfallen. Eine Solarfirma kann die Anlage und das Messkonzept planen; die rechtliche Vereinbarung sollte mit aktueller Fachberatung geprüft werden.

3. vZEV: virtuelle Struktur und Messkonzept

Der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, vZEV, ist darauf ausgerichtet, Verbrauchsstellen über eine andere netz- und messseitige Struktur gemeinsam zu betrachten als beim klassischen ZEV. Für die Praxis bedeutet das: Anschlussbedingungen, Messung, Datenflüsse und die Rolle des Netzbetreibers müssen besonders sorgfältig geprüft werden. Der Begriff allein sagt nicht, ob ein konkretes Quartier die Voraussetzungen erfüllt.

Lassen Sie sich den vZEV in einem einfachen Schema zeigen: Wo fliesst der Solarstrom physisch? Welche Zähler bleiben bestehen? Welche Daten werden für Abrechnung und Netzbezug benötigt? Wer erhält welche Rechnung? Bitten Sie um eine schriftliche Abgrenzung zwischen PV-Eigenverbrauch, Netzbezug, Rücklieferung und Dienstleistung. So vermeiden Sie, dass eine virtuelle Bezeichnung eine technisch oder organisatorisch ungeklärte Lösung verdeckt.

Reihe sauber installierter Stromzähler und Wechselrichter in einem gemeinsamen Technikraum
Symbolbild: Das Messkonzept ist der technische Kern jeder Stromgemeinschaft.

4. LEG: lokale Elektrizitätsgemeinschaft

Die lokale Elektrizitätsgemeinschaft, LEG, richtet den Blick auf eine lokale Nutzung von Strom innerhalb der dafür vorgesehenen Netzstruktur. Dadurch können andere Teilnehmende und räumliche Beziehungen relevant werden als bei einem Zusammenschluss innerhalb eines einzelnen Gebäudes. Ob das Modell passt, hängt von Netzgebiet, Anschlüssen, Produktionsanlage, Verbrauchern und den aktuellen Vorgaben ab. Lassen Sie die konkrete Reichweite nicht nur auf einer Karte, sondern anhand der Anschlussdaten prüfen.

Auch bei einer LEG bleiben Aufgaben wie Messung, Abrechnung, Datenschutz, Teilnahme, Tariflogik und Betrieb bestehen. Eine Gemeinschaft braucht eine klare Trägerschaft und einen Prozess für neue oder ausscheidende Teilnehmende. Prüfen Sie, welche Teile der Infrastruktur der Netzbetreiber verantwortet und welche durch Eigentümer, Betreiber oder Dienstleister organisiert werden. Die BFE-Übersicht ist ein guter Ausgangspunkt, ersetzt aber keine Standortprüfung.

5. Die Modelle im direkten Vergleich

Für einen belastbaren Vergleich erstellen Sie eine Tabelle mit den tatsächlichen Projektdaten. Spalten können Gebäudestruktur, Anzahl Anschlüsse, zulässiger Teilnehmerkreis, Messkonzept, Verantwortlicher, Abrechnung, Investition, laufende Kosten, Kündigung und Ausbau enthalten. ZEV, vZEV und LEG sollten in derselben Tabelle beschrieben werden. So wird sichtbar, ob ein Modell technisch möglich und organisatorisch tragbar ist, statt nur sprachlich moderner zu wirken.

Der Strompreis innerhalb einer Gemeinschaft ist ebenfalls kein isolierter Vorteil. Er muss mit Beschaffung, Netzbezug, Messung, Verwaltung, Wartung und allfälligen Abgaben zusammen betrachtet werden. Rechnen Sie die Perspektive von Eigentümer, Bewohner und Netzbetreiber getrennt. Bei Mehrfamilienhäusern zählt zusätzlich, ob Leerstände, Mieterwechsel und unterschiedliche Verbrauchsprofile im Alltag einfach administriert werden können.

Energieberater und Gebäudeverantwortliche vergleichen Unterlagen für einen Schweizer Stromzusammenschluss
Symbolbild: Der Modellvergleich wird tragfähig, wenn technische und organisatorische Rollen gemeinsam entschieden werden.

6. Entscheidungsweg und Umsetzung

Der erste Umsetzungsschritt ist eine technische und räumliche Bestandsaufnahme. Danach klären Sie Eigentum, Projektziel, Teilnehmende, Anschlussdaten, Verbrauch und mögliche Erweiterungen. Bitten Sie den Netzbetreiber um die aktuelle Vorgabe und lassen Sie zwei Fachfirmen dasselbe Mess- und Anlagenkonzept offerieren. Eine Entscheidung ist erst belastbar, wenn Investition, Betrieb, Abrechnung, Datenzugang und Verantwortlichkeit gemeinsam dokumentiert sind.

Planen Sie die Übergabe als eigenes Arbeitspaket. Dazu gehören Schema, Zählerliste, Verträge, Zugangsdaten, Abrechnungsprozess, Wartungsplan und ein Ansprechpartner für Störungen. Regeln, Tarife und technische Anforderungen können sich ändern; notieren Sie deshalb das Prüfdatum und die verwendeten Quellen. Eine Gemeinschaft ist langfristig tragfähig, wenn auch eine neue Verwaltung oder ein neuer Eigentümer die Lösung verstehen und weiterführen kann.

Gemeinschaftlicher Innenhof einer Schweizer Wohnanlage mit Solardächern im Hintergrund
Symbolbild: Bei Gemeinschaftsmodellen zählen Alltag, Nachbarschaft und klare Rollen ebenso wie Technik.

Vergleich auf einen Blick

Die Tabelle ist eine Orientierung, keine rechtliche Einzelfallprüfung. Die konkrete Machbarkeit hängt von Gebäude, Anschluss, Netzgebiet, Eigentumsform und aktuellen Vorgaben ab.

FrageZEVvZEVLEG
Typischer FokusGemeinsamer Eigenverbrauch im zulässigen GebäudekontextVirtuelle Struktur mit eigener Mess- und NetzprüfungLokale Gemeinschaft innerhalb der aktuellen Netzbedingungen
Vorab klärenEigentum, interne Messung, Teilnehmer und AbrechnungAnschlusspunkte, Datenflüsse und NetzrolleNetzgebiet, Teilnehmer, Messung und Trägerschaft
BetriebVerantwortliche Stelle für Strom, Service und BewohnerfragenKlare virtuelle Abrechnung und technische SchnittstellenGemeinsame Regeln für lokale Produktion, Bezug und Abrechnung
Passt eher, wennMehrere Einheiten in einem gemeinsamen Gebäude organisiert werdenDie Projektstruktur die aktuelle vZEV-Umsetzung erfülltMehrere lokale Verbrauchsstellen in der zulässigen Struktur teilnehmen

Offizielle Quellen und Vertiefung

Nutzen Sie die verlinkten Behörden- und Fachquellen für die aktuelle Einordnung. Eine Solarfirma kann die technische Planung konkretisieren; verbindliche Bewilligungs-, Steuer- und Netzfragen müssen am Standort bestätigt werden.

Häufige Fragen

Sind ZEV, vZEV und LEG dasselbe?

Nein. Es handelt sich um drei aktuelle Modelle mit unterschiedlichen räumlichen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen.

Welches Modell ist für ein Mehrfamilienhaus richtig?

Das hängt von Eigentum, Anschlussstruktur, Messung, Teilnehmern und Verbrauch ab. Eine Standortprüfung ist notwendig.

Wer bestätigt die technische Umsetzung?

Der zuständige Netzbetreiber muss Anschluss- und Messfragen bestätigen. Die Vereinbarung sollte zusätzlich fachlich geprüft werden.

Kann eine LEG mehrere Häuser verbinden?

Das kann im Rahmen der aktuellen Bedingungen möglich sein. Netzgebiet, Anschlüsse und zulässige Teilnehmer müssen konkret geprüft werden.

Braucht jede Gemeinschaft eine Abrechnung?

Ja, sobald Energie innerhalb der Gemeinschaft verteilt und Kosten zugeordnet werden, müssen Daten, Rollen und Rechnungsprozess klar geregelt sein.

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