Die Schweizer Sonnendach-Karte ist ein guter Startpunkt, aber keine Offerte. Für eine belastbare Solaranlage müssen Dachzustand, Schatten, Befestigung, Netz und Verbrauch zusätzlich geprüft werden.
Das Wichtigste vorab
Das BFE-Modell hilft beim ersten Potenzialcheck, ersetzt aber keine Planung am Gebäude.
Randabstände, Dachfenster, Kamine, Sicherheitswege und Verschattung reduzieren die tatsächlich nutzbare Fläche.
Eine PV-Anlage sollte nicht auf eine Eindeckung gesetzt werden, die bald erneuert werden muss.
Wärmepumpe, E-Auto, Speicher und lokale Nutzung verändern die sinnvolle Dimensionierung.
Was sollte vor einer Solarofferte geklärt sein?
Beantworten Sie drei Fragen. Das Ergebnis ordnet die nächste sinnvolle Prüfung ein; es misst kein Dach und speichert keine Adresse.
Starten Sie mit der BFE-Sonnendach-Karte und einer technischen Dachaufnahme.
Die BFE-Sonnendach-Karte ist eine grobe Schätzung und kein Ersatz für Fachplanung, Statik- oder Netzprüfung.
1. Was die BFE-Sonnendach-Karte leisten kann
Die Sonnendach-Karte des Bundes liefert eine grobe Einschätzung der Eignung von Hausdächern für Solarenergie. Dabei werden unter anderem Gelände, Gebäude, Vegetation und Schatten berücksichtigt. Das macht sie wertvoll für eine erste Recherche und für die Priorisierung von Gebäuden.
Die Karte ist trotzdem kein Vermessungs- oder Planungsersatz. Luftbild, Gebäudemodell und tatsächliche Dachkonstruktion können abweichen; Daten werden aktualisiert. Für eine Investitionsentscheidung brauchen Sie eine Vor-Ort-Aufnahme, eine Modulbelegung, eine Verschattungs- und Ertragsrechnung sowie die Prüfung von Dach und Elektroanlage.
2. Nutzbare Fläche in vier Schritten prüfen
Markieren Sie zuerst alle Dachflächen, die grundsätzlich in Frage kommen. Ziehen Sie danach Dachfenster, Gauben, Kamine, Lüftungen, Randbereiche, Wartungswege und Sicherheitsabstände ab. Prüfen Sie anschliessend Ausrichtung, Neigung und Schatten für jede Fläche getrennt. Erst dann lässt sich eine Modulzahl sinnvoll vergleichen.
Mehr Module sind nicht automatisch besser. Eine überfüllte Dachfläche kann Wartung erschweren, den Wechselrichter ungünstig auslegen oder eine spätere Dachreparatur verteuern. Eine gute Offerte zeigt die Belegung grafisch und benennt Flächen, die wegen Technik, Sicherheit oder Wirtschaftlichkeit frei bleiben.
3. Dachzustand, Statik und Montage
Photovoltaik bleibt lange auf dem Gebäude. Lassen Sie Alter, Eindeckung, Unterdach, Abdichtung, Tragwerk und sichtbare Schäden vor der Montage prüfen. Bei einer bevorstehenden Sanierung sollten Dach und PV gemeinsam geplant werden, damit keine Demontage- und Wiedermontagekosten entstehen.
Die passende Unterkonstruktion hängt von Dachtyp, Wind, Schnee, Befestigung, Entwässerung und Zugänglichkeit ab. Fragen Sie, wer Dachanschlüsse und Durchdringungen verantwortet und welche Garantie dafür gilt. Bei älteren oder komplexen Dächern sollte eine statische Abklärung ausdrücklich in der Offerte stehen.
4. Schatten und Ertrag nicht schönrechnen
Bäume, Berge, Nachbargebäude und Dachaufbauten verändern den Ertrag im Tages- und Jahresverlauf. Ein guter Plan benennt die Schattenquelle, zeigt die betroffenen Module und macht sichtbar, wie Wechselrichter, Strings oder Optimierer damit umgehen. Ein einzelner Jahreswert ohne Annahmen reicht nicht.
Vergleichen Sie Monatsproduktion, Eigenverbrauch und mögliche Abregelung. Wenn ein Baum in einigen Jahren wächst oder ein Nachbargebäude geplant ist, gehört dieses Risiko in die Besprechung. Die Ertragsprognose ist eine Modellierung, keine Garantie für eine bestimmte Strommenge.
5. Aus dem Dachcheck wird eine belastbare Anfrage
Senden Sie einer Solarfirma nicht nur einen Kartenausschnitt. Ergänzen Sie Adresse, Dachfotos, Baujahr oder Sanierungspläne, Stromverbrauch, Wärmepumpe, E-Auto, Speicherwunsch, Eigentumsform und gewünschte Inbetriebnahme. So kann die erste Offerte schneller von einer groben Annahme zu einer überprüfbaren Planung werden.
Fordern Sie mindestens zwei weitere Angebote mit denselben Angaben an. Vergleichen Sie danach Modulfläche, kWp, Ertrag, Gerüst, Dacharbeiten, Elektroanschluss, Förderung, Speicheroption und Übergabe. Das Dachpotenzial ist erst dann eine Entscheidungshilfe, wenn die technischen und finanziellen Annahmen sichtbar bleiben.
Offizielle Quellen und Datenstand
Regeln, Tarife, Förderbedingungen und Dachdaten können sich ändern. Nutzen Sie die folgenden Behördenquellen für die aktuelle Prüfung und speichern Sie den Datenstand mit Ihrer Offerte.
Häufige Fragen
Ist die Sonnendach-Karte verbindlich?
Nein. Sie ist eine grobe Orientierung und ersetzt weder die Vor-Ort-Aufnahme noch die technische Planung.
Wie viel Dachfläche ist nutzbar?
Das hängt von Aufbauten, Randabständen, Schatten, Sicherheit, Dachzustand und dem gewünschten System ab. Eine Karte allein reicht nicht.
Soll das Dach vor der PV saniert werden?
Wenn eine Sanierung absehbar ist, sollten beide Projekte gemeinsam geplant werden, um spätere Demontage zu vermeiden.
Welche Unterlagen soll ich für eine Offerte vorbereiten?
Adresse, Fotos, Verbrauch, Bau- und Sanierungsdaten sowie Informationen zu Wärmepumpe, E-Auto, Speicher und gewünschtem Termin.

