Das Wichtigste vorab
Dachfläche, Wärmepumpe, Elektroauto und gewünschte Speicherfähigkeit gemeinsam planen.
Eigentum, Messung, Abrechnung und Beteiligung der Bewohner bestimmen das Modell.
Grosser Tagesverbrauch kann hohe Eigenverbrauchsanteile ohne grosse Batterie ermöglichen.
Grosse Dächer treffen auf Statik, Netzkapazität, Brandschutz und oft saisonale Lasten.
1. Einfamilienhaus: das Energiesystem mitdenken
Beim Einfamilienhaus lässt sich Photovoltaik eng mit Wärmepumpe, Warmwasser und Elektroauto verbinden. Dimensionieren Sie nicht nur nach dem heutigen Stromverbrauch. Ein späteres Fahrzeug oder der Ersatz einer fossilen Heizung kann das Verbrauchsprofil deutlich verändern.
Ein Speicher erhöht den zeitlichen Eigenverbrauch, ist aber nicht automatisch die wirtschaftlichste erste Massnahme. Steuerbare Verbraucher, ein geeigneter Wechselrichter und ein erweiterbares Energiemanagement halten Optionen offen. Prüfen Sie auch den Platz für Technik und eine sichere Kabelführung.
2. Mehrfamilienhaus: Organisation vor Technik
Ein Mehrfamilienhaus bietet oft eine grosse Dachfläche und einen über den Tag verteilten Verbrauch. Gleichzeitig müssen Eigentumsverhältnisse, Investition, Teilnahme, Messung und Abrechnung geklärt werden. Stockwerkeigentum benötigt zudem saubere Beschlüsse und eine faire Kostenverteilung.
ZEV und vZEV ermöglichen gemeinsame Eigenverbrauchsmodelle; seit 2026 kommt die LEG als weitere Option hinzu. Die Modelle haben unterschiedliche technische und organisatorische Voraussetzungen. Holen Sie früh Angaben des Netzbetreibers und ein belastbares Abrechnungskonzept ein.
3. Gewerbe: Verbrauch während der Produktion nutzen
Büros, Werkstätten, Kühlung und Produktion verbrauchen häufig dann Strom, wenn die Anlage liefert. Das kann einen hohen Eigenverbrauch ohne grosse Batterie ermöglichen. Für die Dimensionierung sind Lastgangdaten wesentlich aussagekräftiger als eine einzelne Jahresverbrauchszahl.
Grosse Anlagen erfordern besondere Aufmerksamkeit bei Dachstatik, Netzanschluss, Lastmanagement und Betriebsunterbrechungen während der Montage. Prüfen Sie ausserdem, wie sich Mietflächen, mehrere Zähler oder künftige Erweiterungen auf das Konzept auswirken.
4. Landwirtschaft und grosse Dächer
Scheunen und Stallungen bieten grosse Flächen, können aber statisch, brandschutztechnisch und elektrisch anspruchsvoll sein. Staub, Feuchtigkeit, ammoniakhaltige Luft oder brennbare Materialien beeinflussen Komponentenwahl und Installationsdetails.
Pumpen, Lüftung, Kühlung und Verarbeitung erzeugen spezifische, teils saisonale Lastprofile. Bei hoher Einspeisung wird die Netzkapazität besonders wichtig. Vergleichen Sie Eigenverbrauchs-, Rückliefer- und gegebenenfalls Contractingmodelle getrennt.
5. Dieselbe Checkliste, andere Prioritäten
Für jeden Gebäudetyp gelten Dachzustand, Sicherheit, verbindliche Komponenten und saubere Dokumentation. Die wirtschaftlichen Hebel unterscheiden sich jedoch: Beim Haus ist es oft die Sektorkopplung, beim Mehrfamilienhaus die Organisation und beim Gewerbe das Tageslastprofil.
Fordern Sie deshalb Anbieter mit Erfahrung beim jeweiligen Gebäudetyp an. Referenzen sollten in Grösse, Nutzung und technischer Komplexität zu Ihrem Projekt passen – nicht nur allgemein gut aussehen.
Offizielle Quellen und Vertiefung
Regeln, Tarife und technische Anforderungen können sich ändern oder lokal unterscheiden. Prüfen Sie die aktuelle Situation für Ihr Gebäude und Ihren Netzbetreiber.

